Hotel-WLAN ist zum einfachen Surfen meistens in Ordnung, aber es ist ein öffentliches Netz, das du mit anderen teilst. Behandle es auch so. Die meisten Websites und Apps verschlüsseln deine Daten heute, deshalb ist die normale Nutzung viel sicherer als früher. Die Risiken sind gefälschte Netzwerke mit hotelähnlichem Namen, andere Gäste im selben Netz und alles Sensible wie Online-Banking oder Logins für die Arbeit. Hier erfährst du, was schiefgehen kann, wie du das Hotel-WLAN mit ein paar schnellen Schritten sicher nutzt und wann deine eigenen mobilen Daten die bessere Wahl sind.
Kann man Hotel-WLAN sicher nutzen?
Zum Nachrichtenlesen, Videoschauen oder für Karten ist es meistens in Ordnung. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC schreibt, dass eine Verbindung über ein öffentliches WLAN dank weit verbreiteter Verschlüsselung in der Regel sicher ist (auf Englisch). Achte in deinem Browser auf https und das Schloss-Symbol.
Aber „in der Regel sicher“ heißt nicht „privat“. Ein Hotelnetz teilen sich viele Gäste. Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) weist darauf hin, dass Angreifer im selben Netz deine Daten abfangen oder verändern können, wenn du dich mit öffentlichem WLAN oder unsicheren Netzen verbindest. Außerdem sagt das NCSC, dass ein privates, mit WPA2 geschütztes WLAN sicherer ist als ein öffentliches WLAN wie in einem Café oder Hotel (beides auf Englisch).
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, über ein fremdes WLAN am besten keine vertraulichen Daten abzurufen. Lässt sich das nicht vermeiden, dann möglichst nur über ein VPN (BSI: Sicherheitstipps für privates und öffentliches WLAN).
Eine einfache Regel: Je sensibler die Aufgabe, desto weniger solltest du sie im Hotel-WLAN erledigen.
Was im Hotel-WLAN schiefgehen kann
Gefälschte Netzwerke (Evil Twins)
Ein Angreifer kann ein Netzwerk mit demselben oder einem ähnlichen Namen wie das des Hotels einrichten. Das NCSC nennt das einen Evil-Twin-Angriff. Siehst du zwei Netzwerke mit fast gleichem Namen, frag an der Rezeption, welches das echte ist, bevor du dich verbindest.
Andere Leute im selben Netz
Ein gemeinsames Passwort bedeutet: Viele Leute sind im selben Netz. Ist eine Verbindung nicht verschlüsselt, könnte jemand in diesem Netz lesen oder verändern, was du sendest. HTTPS schützt das meiste, was du machst. Ob es greift, siehst du aber nur, wenn du auf das Schloss-Symbol achtest.
Gefälschte oder nachgemachte Websites
Die FTC warnt, dass Betrüger auch ihre eigenen gefälschten Websites verschlüsseln können. Ein Schloss beweist also nicht, dass die Seite echt ist. Prüf die Adresse, bevor du ein Passwort eingibst, vor allem auf einer Login-Seite, die dir das Hotelnetz anzeigt.
Leute, die auf deinen Bildschirm schauen
Nicht alles ist Technik. In der Lobby, im Restaurant oder im Aufzug kann dir jemand einfach auf den Bildschirm schauen. Das NCSC rät, im Ausland besonders darauf zu achten, dass dir niemand über die Schulter schaut (auf Englisch).
So nutzt du Hotel-WLAN sicher
1. Prüf den Netzwerknamen
Frag im Hotel nach dem genauen Netzwerknamen und wie die Anmeldung funktioniert. Verbinde dich nicht mit einem ähnlich aussehenden Netz, nur weil es stärker ist oder kein Passwort hat.
2. Bleib bei https und prüf die Adresse
Achte auf das Schloss-Symbol oder https in der Adressleiste. Tipp wichtige Websites selbst ein oder speicher sie als Lesezeichen, statt Links in Nachrichten zu folgen.
3. Schalte „Autom. verbinden“ aus
Dein Handy soll sich nicht ungefragt mit einem Netzwerk verbinden, das so heißt wie das des Hotels.
- iPhone: Geh zu Einstellungen > WLAN, tipp neben dem Netzwerk auf die Infotaste und schalte Autom. verbinden aus. So beschreibt es Apple in der Anleitung zu Captive-WLAN-Netzwerken. Apple erklärt außerdem, dass du das Netzwerk ignorieren oder „Autom. verbinden“ deaktivieren kannst, damit sich dein iPhone nicht automatisch verbindet.
- Android: Dein Handy verbindet sich automatisch mit gespeicherten WLANs in der Nähe. Geh zu Einstellungen > Netzwerk & Internet > Internet, halte das Hotelnetz gedrückt und tipp auf Entfernen. Die Schritte stehen in der WLAN-Hilfe von Google. Je nach Hersteller können die Menünamen etwas anders heißen.
Lösch das Hotelnetz an deinem letzten Tag, damit sich dein Handy beim nächsten Aufenthalt nicht wieder damit verbindet.
4. Nutz ein VPN für die Arbeit und Logins
Ein VPN verschlüsselt deinen Datenverkehr zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server. Das NCSC nennt ein VPN als eine Möglichkeit, deine Daten im öffentlichen WLAN zu schützen, und auch das BSI empfiehlt es für vertrauliche Daten. Schalte es ein, bevor du ein sensibles Konto öffnest. Wähl einen VPN-Dienst, dem du vertraust. Manche Login-Seiten von Hotels funktionieren nicht, solange das VPN läuft. Das erklärt das NCSC in seinen Hinweisen zu VPNs (auf Englisch). Melde dich in dem Fall zuerst auf der Hotelseite an und schalte dann das VPN ein.
5. Nutz starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die FTC empfiehlt starke, einzigartige Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung, wo sie angeboten wird. Mit einzigartigen Passwörtern öffnet ein geleaktes Passwort nicht gleich deine anderen Konten, und ein zweiter Schritt ist eine weitere Hürde.
6. Halte Handy und Laptop aktuell
Schalte automatische Updates für dein Betriebssystem, deinen Browser und deine Sicherheitssoftware ein. Auch das rät die FTC. Updates schließen bekannte Sicherheitslücken, bevor sie gegen dich genutzt werden können.
7. Melde dich ab, wenn du fertig bist
Melde dich von Konten ab, die du in einem geteilten oder öffentlichen Netz geöffnet hast, vor allem an einem Computer im Business-Center des Hotels.
8. Wechsle für Sensibles zu mobilen Daten
Für Online-Banking, Zahlungen und Logins für die Arbeit bleibst du mit deinen eigenen mobilen Daten ganz aus dem Hotelnetz raus. Mehr dazu weiter unten.
Ist Online-Banking im Hotel-WLAN sicher? Und Firmenzugänge?
Die meisten Banking-Apps und Websites verschlüsseln deine Daten. Kurz den Kontostand checken ist in einem Netz, das du geprüft hast, also wenig riskant. Trotzdem sind Banking, Zahlungen und Firmensysteme genau das, worauf Angreifer es am meisten abgesehen haben. Wenn du das unterwegs erledigen musst, sind das die sichersten Wege:
- nutz die mobilen Daten deines Handys statt des Hotelnetzes
- oder nutz ein VPN, am besten das von deinem Arbeitgeber, zusätzlich zu einem geprüften Hotelnetz
Schick keine Kartennummern oder andere Finanzdaten per E-Mail, auch nicht in einem Netz, dem du vertraust. Das rät auch die FTC.
Die sicherere Alternative: deine eigenen mobilen Daten
Am einfachsten umgehst du die Risiken im Hotel-WLAN, wenn du es für nichts Wichtiges nutzt. Die mobilen Daten deines Handys geben dir eine eigene Verbindung, die du nicht mit anderen Gästen teilst. Sie funktionieren auch im Taxi, im Café und am Flughafen, wo das WLAN oft genauso offen ist wie im Hotel.
Der Haken im Ausland ist das Roaming. In anderen EU-Ländern kostet dich die Nutzung deines Handys laut EU genauso viel wie zu Hause, allerdings können Anbieter eine Grenze für die angemessene Nutzung setzen. Außerhalb der EU und des EWR kann Roaming ziemlich teuer werden (Your Europe: Roaming in der EU). Eine Reise-eSIM löst das. Du installierst sie vor der Abreise auf deinem Handy, zahlst für ein festes Datenvolumen und behältst deine normale SIM für deine Rufnummer. Für eine Reise durch Europa reicht ein reiner Datentarif wie diese für Karten, Nachrichten, Banking und E-Mails:
Reine Datentarife für Europa, ohne Telefonnummer · Alle eSIMs für Europa ansehen · Andere Reiseziele
Du reist woanders hin? Schau dir alle eSIM-Reiseziele an. Neu bei eSIMs? Lies, was eine eSIM ist (auf Englisch), und wie du sie installierst. Europa-Tarife vergleichst du in unserem Ratgeber zur besten eSIM für Europa. Damit deine Kosten im Rahmen bleiben, lies, wie du Roaming-Gebühren vermeidest, und mehr Tipps zum Schutz im Netz findest du in sicher online mit einer eSIM (beides auf Englisch). Wie sich WLAN und mobile Daten unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zu WLAN und Mobilfunk (auf Englisch).
Häufige Fragen
Ist das WLAN im Hotel sicher?
Zum einfachen Surfen ist es meistens in Ordnung, weil die meisten Websites verschlüsseln. Es ist aber ein öffentliches Netz, das du mit anderen teilst. Erledige Sensibles deshalb nur mit VPN oder über deine eigenen mobilen Daten.
Ist Online-Banking im Hotel-WLAN sicher?
Die meisten Banking-Apps verschlüsseln deine Daten, trotzdem empfehlen wir auf Reisen mobile Daten für Banking und Zahlungen. Musst du das Hotel-WLAN nutzen, lass dir den Netzwerknamen vom Personal bestätigen und nutz ein VPN.
Ist Hotel-WLAN mit VPN sicher?
Ein VPN bringt zusätzlichen Schutz, weil es deinen Datenverkehr zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server verschlüsselt. NCSC und BSI nennen es als Schutz für deine Daten im öffentlichen WLAN. Gute Gewohnheiten ersetzt es aber nicht, zum Beispiel den Netzwerknamen zu prüfen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen.
Können Hacker über das Hotel-WLAN auf mein Handy zugreifen?
Laut NCSC könnte jemand im selben Netz versuchen, unverschlüsselte Daten abzufangen oder zu verändern. Wenn du dein Gerät aktuell hältst und https-Seiten nutzt, sinkt dieses Risiko deutlich.
Kann das Hotel sehen, was ich online mache?
Das Hotel betreibt das Netz. Geh also davon aus, dass es sieht, dass du verbunden warst, und manche Aktivitäten protokollieren kann. HTTPS hält den Inhalt verschlüsselter Seiten vor anderen im Netz privat. Wenn du ganz aus dem Hotelnetz raus willst, nutz mobile Daten.
Ist ein Hotel-WLAN mit Passwort sicher?
Nein. Das Passwort teilen sich alle Gäste, es hält also nur Fremde draußen. Behandle es trotzdem wie jedes öffentliche WLAN.
Ist Hotel-WLAN in Europa oder im Ausland sicher?
Die Risiken sind überall auf der Welt dieselben. Der Unterschied liegt bei den Kosten: Außerhalb der EU kann Roaming mit deinem Tarif teuer werden. Deshalb nutzen viele Reisende eine Daten-eSIM statt für alles das Hotel-WLAN.
