Wie lassen sich Gebühren an internationalen Geldautomaten vermeiden? 8 einfache Tipps

Um Gebühren an internationalen Geldautomaten zu vermeiden, nimmst du eine Karte ohne Auslandsgebühren, gehst an den Automaten einer Bank (am besten einer Partnerbank deiner Bank), wählst bei der Frage nach der…

Wie lassen sich Gebühren an internationalen Geldautomaten vermeiden? 8 einfache Tipps

Um Gebühren an internationalen Geldautomaten zu vermeiden, nimmst du eine Karte ohne Auslandsgebühren, gehst an den Automaten einer Bank (am besten einer Partnerbank deiner Bank), wählst bei der Frage nach der Umrechnung immer die Landeswährung und hebst lieber seltener größere Beträge ab. Die Kosten beim Geld abheben im Ausland kommen fast immer aus drei Gebühren und einem Währungstrick. Wenn du weißt, welche welche ist, kannst du die meisten umgehen. Hier erfährst du, wie jede einzelne funktioniert und was du dagegen tun kannst.

Reisende gibt einem Straßenhändler an einem Marktstand Bargeld

Die 3 Gebühren, die du an einem Geldautomaten im Ausland zahlen kannst

Eine einzige Abhebung kann bis zu dreimal Geld kosten: beim Automaten, bei deiner Bank und für den Währungsumtausch. So siehst du, wer was verlangt.

1. Die Gebühr des Automatenbetreibers

2. Die Gebühr deiner Bank für fremde Geldautomaten

  • Eine feste Gebühr, die deine eigene Bank verlangt, wenn du einen Automaten außerhalb ihres Netzes nutzt.
  • Viele Banken verlangen sie auch zu Hause, wenn du am Automaten einer anderen Bank Geld abhebst.
  • Sie kann auch dann anfallen, wenn der Automat selbst nichts kostet.

3. Das Auslandseinsatzentgelt (Gebühr für die Währungsumrechnung)

  • Ein Prozentsatz vom Betrag, den deine Bank für die Umrechnung der Währung verlangt (manchmal gibt sie dabei Kosten des Kartennetzes weiter).
  • Anders als die festen Gebühren wächst es mit dem Betrag, den du abhebst.
  • Auf dem Kontoauszug heißt es zum Beispiel „Auslandseinsatzentgelt“, „Fremdwährungsentgelt“, „Währungsumrechnungsgebühr“ oder ähnlich.

Die Gebühren 2 und 3 stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank. Schau vor der Reise nach oder frag deine Bank: „Was zahle ich, wenn ich im Ausland Geld abhebe, und erstattet ihr die Gebühren anderer Banken?“

Die versteckte Zusatzgebühr: die dynamische Währungsumrechnung

Viele Geldautomaten im Ausland bieten dir an, in Euro abzurechnen. Du siehst dann zum Beispiel „Abrechnung in EUR?“, „Umrechnung akzeptieren?“ oder zwei Tasten: Mit Umrechnung und Ohne Umrechnung. Das nennt man dynamische Währungsumrechnung (Dynamic Currency Conversion, DCC). Den Wechselkurs legt der Automatenbetreiber fest, und der ist meist schlechter als der Kurs, den dein Kartennetz und deine Bank verwenden. Laut dem Europäischen Verbraucherverband BEUC ist der Kurs bei Zahlung in deiner Heimatwährung „fast immer schlechter“ als die üblichen Wechselkurse (BEUC: #WhichCurrency should I pay in?, auf Englisch).

Die Regel ist einfach: Wähl immer die Landeswährung oder Ohne Umrechnung. Dann rechnet deine Bank um. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland rät dir genauso, die Landeswährung zu wählen. Das gilt auch für Kartenterminals in Geschäften und Restaurants.

Gebühren an Geldautomaten im Ausland vermeiden: 8 Tipps

1. Prüf vor der Reise die Gebühren deiner Karte

Such im Preis- und Leistungsverzeichnis oder in der App deiner Bank nach dem Auslandseinsatzentgelt und dem Entgelt für fremde Geldautomaten. Manche Konten haben keins von beiden. Manche erstatten sogar die Gebühr des Automatenbetreibers. Hast du mehrere Karten, nimm die mit den niedrigsten Auslandsgebühren zum Abheben und behalte eine zweite als Reserve.

2. Hol dir eine Debitkarte ohne Auslandsgebühren

Manche Banken, Direktbanken und digitalen Banken bieten Debitkarten ohne Auslandseinsatzentgelt an, und manche erstatten auch weltweit die Automatengebühren. Lies die Details, bevor du wechselst:

  • Verzichtet die Bank nur auf ihre eigenen Gebühren, oder erstattet sie auch die Gebühr des Automatenbetreibers?
  • Gibt es eine monatliche Grenze für kostenlose Abhebungen oder einen Freibetrag, nach dem eine Gebühr anfällt?
  • Gibt es Bedingungen, zum Beispiel ein Mindestguthaben oder ein verknüpftes Konto?
  • Funktioniert die Karte in den Ländern, in die du reist?

Eröffne das Konto ein paar Wochen vor der Reise, damit die Karte rechtzeitig ankommt.

3. Wähl immer die Landeswährung

Das ist die einfachste Ersparnis, und du brauchst dafür keine neue Karte. Wenn ein Geldautomat oder ein Kartenterminal fragt, wähl die Landeswährung oder Ohne Umrechnung. Bist du nicht sicher, was der Bildschirm meint, brich ab und versuch es an einem anderen Automaten.

4. Nimm den Automaten einer Bank, keinen unabhängigen

Geldautomaten in oder direkt an einer Bankfiliale kosten meist weniger als unabhängige Automaten an Flughäfen, Bahnhöfen, in Hotellobbys und auf belebten Touristenstraßen. Lies den Bildschirm, bevor du bestätigst: Er sollte die Gebühr des Betreibers und ein eventuelles Umrechnungsangebot zeigen. Wirkt die Gebühr hoch, brich ab und such dir einen Bankautomaten in der Nähe. Die App deiner Bank zeigt dir oft die nächsten Automaten von Partnerbanken.

5. Nutz die Partnerbanken deiner Bank (Global ATM Alliance)

Manche Banken haben Partnernetze im Ausland. Das bekannteste ist die Global ATM Alliance. Barclays nennt Bank of America, BNP Paribas, Deutsche Bank, Scotiabank und Westpac als Mitgliedsbanken. Am Automaten einer Mitgliedsbank zahlst du keine Automatengebühr dieser Bank. Das Auslandseinsatzentgelt deiner eigenen Bank kann aber trotzdem anfallen (Barclays: Global ATM Alliance, auf Englisch). Mitglieder und Bedingungen können sich ändern, also prüf vor der Reise die aktuelle Liste deiner Bank.

6. Heb seltener größere Beträge ab

Feste Gebühren kosten gleich viel, egal ob du wenig oder viel abhebst. Eine größere Abhebung kostet also weniger Gebühren als mehrere kleine. Überleg dir, wie viel Bargeld du wirklich brauchst, und tipp nicht einfach die Beträge an, die der Automat vorschlägt. Pass gut darauf auf: Verteil dein Bargeld auf Geldbeutel und Tasche und nutz den Hotelsafe, wenn es einen gibt.

7. Heb nicht mit der Kreditkarte ab

Bargeld mit der Kreditkarte abzuheben ist ein Barvorschuss. Dafür gibt es meist eine eigene Gebühr, einen höheren Zins als für Einkäufe und keine zinsfreie Zeit, die Zinsen laufen also sofort (Chase: What is cash advance APR?, auf Englisch). Auch das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland weist darauf hin, dass Abhebungen mit Visa- oder Mastercard-Kreditkarten meist einen Prozentsatz vom Betrag kosten. Nimm die Kreditkarte zum Bezahlen und die Debitkarte für Bargeld.

8. Zahl mit Karte oder Handy, wo es geht

Je weniger Bargeld du brauchst, desto seltener zahlst du am Automaten. In vielen Ländern kannst du fast überall mit Karte oder Handy bezahlen. Lies dazu, ob Apple Pay international funktioniert. Nimm eine Karte ohne Auslandseinsatzentgelt und wähl auch am Terminal die Landeswährung. Behalte etwas Bargeld für kleine Läden, Märkte, Trinkgeld und Orte, an denen keine Karten gehen.

Junges Paar mit Geldbeutel, Bankkarten und Smartphone in einer U-Bahn-Station

Euro abheben in der EU: was die Regeln sagen

Ist deine Karte von einer Bank in der EU, helfen dir EU-Regeln, wenn du in einem anderen EU-Land Euro abhebst. Banken sollten dir für eine grenzüberschreitende Euro-Abhebung keine höheren Gebühren berechnen als für dieselbe Euro-Abhebung im Inland (Ihr Europa: Fragen und Antworten zu Zahlungen, Überweisungen und Schecks). Hebst du zu Hause kostenlos ab, gilt das also meist auch in der Eurozone. Prüf trotzdem die Bedingungen deiner Bank, denn eine Gebühr pro Abhebung kann weiter anfallen.

Denk daran:

  • Das EU-Recht regelt nicht, was Banken für den Währungsumtausch verlangen. In EU-Ländern ohne Euro, etwa Schweden, Polen, Tschechien oder Ungarn, können Umrechnungsgebühren anfallen. Heb dort immer in der Landeswährung ab, zum Beispiel in Kronen oder Złoty.
  • Unabhängige Automaten dürfen eine Gebühr verlangen, aber für ausländische Kunden nicht mehr als für einheimische (Europäisches Verbraucherzentrum Frankreich, auf Englisch).
  • Diese Regeln schützen Karten von Banken in der EU. Mit einer Karte aus der Schweiz, Großbritannien, den USA oder anderswo gelten in der EU weiter die Auslandsgebühren deiner eigenen Bank.

Halte dein Handy für deine Bank startklar

Dein Handy gehört zu deiner Reisekasse. Du brauchst mobile Daten, um deine Banking-App zu öffnen, Partnerautomaten zu finden, deine Gebühren zu prüfen und deine Karte zu sperren, wenn sie verloren geht. Viele Banken schicken Sicherheitscodes außerdem per SMS an deine Nummer zu Hause.

Hat dein Handy Dual-SIM, kannst du deine Nummer von zu Hause für diese SMS aktiv lassen und für Daten eine Reise-eSIM nutzen. Schalte auf deiner Heimatnummer das Datenroaming aus, damit sie im Ausland keine Daten verbraucht, und prüf, was dein Anbieter dort für Anrufe und SMS verlangt. Hier liest du, wie du Dual-eSIM einrichtest und verwaltest (auf Englisch) und wie du Roaming-Gebühren vermeidest (auf Englisch).

Eine reine Daten-eSIM für die Reise hält deine Banking- und Karten-Apps ab der Landung online, ohne Roaming-Rechnung von zu Hause. Neu bei eSIMs? Lies, wie du eine eSIM online kaufst (auf Englisch).

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Häufige Fragen

Wie vermeide ich Gebühren am Geldautomaten im Ausland?

Nimm eine Karte ohne Auslandsgebühren, geh an den Automaten einer Bank (am besten einer Partnerbank deiner Bank), wähl immer die Landeswährung und heb seltener größere Beträge ab. Heb nicht mit der Kreditkarte ab.

Soll ich „mit Umrechnung“ oder „ohne Umrechnung“ wählen?

Wähl Ohne Umrechnung, also die Abrechnung in der Landeswährung. Dann rechnet deine Bank um, und das ist meist günstiger als der Kurs des Automaten.

Sind Gebühren am Geldautomaten fest oder ein Prozentsatz?

Beides. Die Gebühr des Automatenbetreibers und die Gebühr deiner Bank für fremde Geldautomaten sind meist feste Beträge pro Abhebung. Das Auslandseinsatzentgelt ist meist ein Prozentsatz vom Betrag.

Was sind Gebühren an fremden Geldautomaten?

Das ist die Gebühr, die deine eigene Bank verlangt, wenn du einen Automaten außerhalb ihres Netzes nutzt. Sie kann zu Hause und im Ausland anfallen, zusätzlich zu einer Gebühr des Automaten selbst.

Zahle ich in Deutschland Gebühren am Automaten einer anderen Bank?

Das hängt von deiner Bank ab. Bei manchen sind Abhebungen an fremden Geldautomaten inklusive, andere verlangen ab einer bestimmten Anzahl oder bei jeder Abhebung eine Gebühr. Das steht im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.

Welche Banken gehören zur Global ATM Alliance?

Barclays nennt Bank of America, BNP Paribas, Deutsche Bank, Scotiabank und Westpac als Mitglieder. Die Partnerbank verlangt keine Automatengebühr, das Auslandseinsatzentgelt deiner eigenen Bank kann aber trotzdem anfallen.

Ist Euro abheben in der EU kostenlos?

Mit einer Karte einer EU-Bank sollte eine Euro-Abhebung in einem anderen EU-Land so viel kosten wie eine Euro-Abhebung zu Hause. Ist das zu Hause kostenlos, ist es meist auch im Ausland kostenlos. Für Karten von außerhalb der EU gelten die Auslandsgebühren der eigenen Bank.

Ist es im Ausland günstiger, mit Karte zu zahlen oder Bargeld abzuheben?

Mit einer Karte ohne Auslandseinsatzentgelt kostet das Bezahlen meist nichts extra, während jeder Gang zum Automaten Gebühren kosten kann. Nimm Bargeld, wo du es brauchst, und zahl sonst mit Karte oder Handy.

Soll ich vor der Reise Geld umtauschen?

Ein kleiner Betrag hilft für das erste Taxi oder einen Snack. Vergleich den Kurs und eventuelle Gebühren mit dem, was deine Karte kostet, und nimm nicht mehr Bargeld mit, als du brauchst.